Als das MAK mich bat, die Einrichtung des Saales für Romanik, Gotik, Renaissance vorzunehmen, kam für mich nur eine Lösung in Frage, die unsere heutige Zeit mit der Vergangenheit verbindet. Bei den ausgestellten Stücken handelt es sich um den Gösser Ornat, verschiedenen Majolika-Stücke aus der Renaissance sowie einige Möbelstücke. Beinahe alle Stücke müssen aus konservatorischen Gründen in Vitrinen präsentiert werden. Die Konzeption der Gestaltung basiert auf zwei direkten Eingriffen: Zum ersten eine farbige Fassung der Wände, zum zweiten eine Neugestaltung von Vitrinen. Beim ersteren Eingriff mußte eine Verbindung zwischen der zarten Farbigkeit des Gösser Ornats, den kräftigen unverblaßten Farben der Majolika, hier dominieren Ultramaringblau und Ockertöne, sowie der Deckenbemalung des Saales hergestellt werden. Ich entschied mich für ein helles Kobaltblau, das eine gewisse Feierlichkeit erzeugt, aber auch in einer Disharmonie zur Deckenbemalung steht. Die Gestaltung der Vitrinen erfolgte mit Mathis Esterhazy. Hier war das Ziel, eine klassische Vitrine zu finden, in der aber trotzdem unsere heutige Zeit ablesbar ist. Die Objekte werden, wie z.B. beim Gösser Ornat, in einem natürlichen Faltenwurf, bei den Reisesekretären auf einer natürlichen Höhe gezeigt. Ausnahme ist die überhöhte Präsentation eines kleinen Essig und Öl-Gefäßes, das als Einzelstück in einer relativ großen Vitrine gezeigt wird.

Günther Förg

 

ROMANIK GOTIK RENAISSANCE

Künstler: GÜNTHER FÖRG
Vitrinen: MATHIS ESTERHAZY
Kuratorin: ANGELA VÖLKER

1 | 2 | 3